Forderungen und Wünsche

Uns ist bekannt, dass WIR dicke Bretter bohren müssen, um Sicherheit für Fahrradfahrer und Fußgänger in die Köpfe der Entscheider zu bringen. Eigentlich sollte es unsere Initiative nicht geben, weil die Vision Zero (keine schweren oder tödlichen Unfälle im Fahrradverkehr) des Verkehrsministeriums die Messlatte ist. Aber ....

Vision Zero - Sichere und fehlerverzeihende 

Verkehrsinfrastruktur

Mit der Vision Zero werden NULL Tote und Schwerverletzte im Straßenverkehr angestrebt.

Im Nationalen Radverkehrsplan 3.0 des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr steht zum Leitziel Vision Zero im Radverkehr: Das Leitbild Vision Zero ist von zentraler Bedeutung in der Radverkehrsförderung. Nur wenn Radfahren deutlich sicherer ist, werden mehr Menschen im Alltag und in der Freizeit Rad fahren.

Deutschland bekennt sich zur Vision Zero und ist doch so weit von der lebenswichtiger NULL entfernt.

Menschenleben sind nicht verhandelbar!
 
Jedes sechste Todesopfer im Straßenverkehr im Jahr 2024 war mit dem Fahrrad unterwegs. Nach dem Statistischen Bundesamt kamen 441 Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer ums Leben.
 
Die größte Gefahr für Fahrradfahrer stellen der Auswertung nach Autos dar: 70,7 Prozent der 92.882 Fahrradunfälle mit Personenschaden waren Kollisionen mit Autos. Dabei trugen die Autofahrer laut dem Statistischen Bundesamt zu 75,3 Prozent die Hauptschuld.
 
In deutschen Innenstädten treffen Kinder und 40-Tonner ungeschützt aufeinander. Kleine Fehler wirken sich hier schnell tödlich aus. 
 
Eine fehlerverzeihende Infrastruktur rettet Leben. Es fehlt in Wildeshausen ein Grundsatzbeschluss zur Vision Zero. Menschen werden auch in Zukunft Fehler machen. Um die Vision Zero zu verwirklichen, brauchen wir also ein sicheres Verkehrssystem und eine fehlerverzeihende Infrastruktur.
 
Ein Grundsatzbeschluss zur Vision Zero gibt es in München seit 2018.


Weshalb schaffen es andere Länder, die Zahl der Todesfälle auf Null zu reduzieren?
ZDF - Null Verkehrstote in Helsinki.

Aufteilung des Budgets für den Straßenverkehr

Das Budget für die Sanierungsmaßnahmen der Gemeindestraßen In den Haushaltsplänen der Stadt Wildeshausen sind seit Jahren 500.000,00 Euro pauschal für die Sanierungsmaßnahmen der Gemeindestraßen ausgewiesen. Straßenausbaubeiträge werden separat erfasst. Von Rad- und Fußwegen steht nichts in den jährlichen Haushaltsplänen.

WIR wünscht sich, dass die Ausgabenplanungen für den Rad- und Fußgängerverkehr separat im Haushalt aufgeführt werden.
Nordhorn liegt bei 24,00 Euro und Kopenhagen investiert für den Radverkehr mit 35,60 Euro pro Kopf noch weit mehr.
Der nationale Radverkehrsplan 3.0 des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr sieht rund 30 Euro je Person und Jahr vor.
 
Wildeshausen ist nicht Kopenhagen. Klimaschutz durch Fahrradfahren und die Sicherheit im Straßenverkehr sollten aber nicht von der Größe einer Stadt abhängig sein.

Es wäre ein Anfang, wenn Wildeshausen mit fünf Euro pro Kopf (110.000,00 Euro) für den Fahrrad- und Fußgängerverkehr starten würde. Die Pläne und die Ergebnisse sollten dann transparent auf der Webseite der Stadt veröffentlicht werden. Für die Sanierungsmaßnahmen an den Gemeindestraße verblieben dann immer noch 390.000,00 Euro.
 
„Wer Straßen säht, wird Verkehr ernten.“ Dieses Zitat stammt von keinem Geringeren als dem französischen Automanager und Ex-Vorstand bei VW Daniel Goeudevert. Das Angebot bestimmt in diesem Fall maßgeblich die Nachfrage. Mehr Autobahnen fördern den Autoverkehr, mehr Radwege fördern den Radverkehr und mehr attraktive Bahn- und Busverbindungen den Bahn- und Busverkehr.

Groningen gibt viel Geld für den Radverkehr aus

Dezernent Paul de Rook zum Budget für die Fahrradinfrastruktur in Groningen in einem Interview mit Zeit Online vom 12. Mai 2016: 

ZEIT ONLINE: Groningen gibt in den nächsten vier Jahren 85 Millionen Euro für die Fahrradinfrastruktur aus, das macht rund 105 Euro pro Jahr pro Einwohner. In Berlin lag dieser Wert in 2015 bei 4 Euro. Wie häufig beschweren sich Wähler bei Ihnen, dass die Stadt zu viel fürs Radfahren ausgibt?
de Rook: Ich höre ja oft Kritik, dass wir Politiker nicht genug sparen. Aber deswegen hat sich noch niemand beklagt.

Wildeshausen Zwischenbrücken

Die Stadtverwaltung habe die enorm gefährliche Situation an der
Stelle jedoch erkannt und wolle schon bald eine alternative Möglichkeit der Entschärfung vorstellen. Das sagte Baudezernent Manfred Meyer im Dezember 2018.
 
Was ist passiert, dass bis jetzt nichts passiert ist?

Kurzfristig sollen die Zusatzschilder „Fahrrad frei“ auf den Gehwegen entfernt und eine Temporeduzierung von aktuellen 30 km/h auf die durchschnittliche Radlergeschwindigkeit von 20 km/h vorgesehen werden. Der Verwaltungsausschuss hatte dieser Lösung zugestimmt. Wildeshauser Zeitung vom 09. 03. 2024. Der Bürgermeister hatte sie wieder aufgehoben. Wildeshauser Zeitung vom 16. 03. 2024.
In anderen Städten wie z. B. Visbek und Bad Zwischenahn sind 20 km/h durchaus möglich. Die völlig überflüssigen Schilder auf den Gehwegen mit dem Piktogramm "Fahrrad frei" werden z. B. in der Gemeide Weyhe und teilweise in Oldenburg abgebaut.

Man muss aber schon sagen, dass das Zusatzschild „Fahrrad frei“ optisch leicht missverständlich ist. Von alleine käme man nicht ohne Weiteres darauf, was es bedeutet. Das Wort „ frei“ erweckt leicht den Eindruck, der Radfahrer habe hier freie Fahrt. So könnte man, wüsste man es nicht besser, dieses Schild als normal denkender Mensch deuten. 


Eine bauliche Veränderung der Straße „Zwischenbrücken“ ist für WIR unerlässlich. Aufgrund der schmalen Fahrbahn sehen WIR die Verlängerung der verkehrsberuhigten Zone der Huntestraße bis zur Pielepoggenbrücke. WIR sehen auch keine Hindernisse, Schulbusse durch die verkehrsberuhigte Zone fahren zu lassen. In Speyer fahren Busse sogar durch eine Fußgängerzone. Zusatzschilder weisen darauf hin, dass Lieferverkehr, Linienbusse, Einsatzfahrzeuge und Fahrräder „frei“ sind. 


Eine weitere Möglichkeit einer baulichen Veränderung zu einer gerechten Verteilung des Verkehrsraumes an alle Verkehrsteilnehmer wäre eine Einbahnstraßenlösung. Die freiwerdende Straßenhälfte könnte dann in einen gegenläufigen Radweg umgewandelt werden. Es ist auch möglich, bei einer Einbahnstraße für die Schulbusse die Durchfahrt zu gestatten.


Autofreie Innenstadt

Über eine autofreie Innenstadt nachdenken. Es wird viel neuen Platz geben in Wildeshausen, wenn die Autos etwas von dem Raum abgeben, den sie beanspruchen, wenn sie stehen, fahren oder tanken. Sichere Radwege, mehr Platz für Kinder oder neuer Wohnraum. Mehr Fläche, auf der Regenwasser wieder versickern kann und mehr kühlende Bäume – also bessere Anpassung an den Klimawandel. An einem Sommertag ist es auf einem asphaltierten Parkplatz zum Beispiel zwei Grad heißer als in einer von Bäumen gesäumten Straße. Versenkbare Poller können auch hier helfen, die Verkehrsströme der Innenstadt zu lenken.

Autofreie Innenstädte

Luftverschmutzung  

neue Grenzwerte zwingen Kommunen zum Handeln

Welcher Fahrradfahrer kennt es nicht? In einer verkehrsberuhigten Zone mit Schritttempo hinter einem KFZ bleiben müssen und die Abgase und Feinstaubpartikel einatmen.
 
Wildeshausen, als Luftkurort, sollte wirklich alles unternehmen, um die Feinstaubbelastung, insbesondere in der Innenstadt, zu reduzieren.
WIR weisen darauf hin, dass die Regulierung des KFZ-Verkehrs (einschließlich Motorräder und E-Fahrzeuge) in der Hunte- und Westerstraße durch versenkbare Poller schon zu einem großen Teil zur Minderung der Feinstaub-Emissionen in der Innenstadt beitragen würde.
 
Die Europäische Umweltagentur (EEA) meldet für das Jahr 2016 rund 400.000 vorzeitige Todesfälle, weil sie Feinstaub und anderen Luftschadstoffen ausgesetzt waren – unter ihnen Zehntausende aus Deutschland.
 
Der ADAC beziffert den Abrieb eines Fahrzeugs für alle vier Reifen bei rund 120 Gramm pro 1000 Kilometer. Beim Bremsenabrieb gehen Experten davon aus, dass in Deutschland jährlich etwa 8000 Tonen freigesetzt werden. Hinzu kommt der aufgewirbelte Staub beim Vorbeifahren.
 
Zeitonline berichtete über Erkenntnisse von Michael Tsokos, der Leiter der Rechtsmedizin der Charité Berlin. „Wenn alles Blut aus den Fingerkuppen gewichen ist, bleibt bei den Fingern von Rauchern das Gelb des Nikotins, bei Nichtrauchern werden sie einfach nur blass – der Mann auf dem Obduktionstisch war ein Nichtraucher. Die schwarzen Staubablagerungen sind anders in seine Lunge gelangt: beim ganz normalen Atmen. Die schwarzen Pigmente auf der Lunge, das ist Kohlenstaub. Unzählige kleine Punkte bedecken das Rot der Lunge, dicht an dicht wie auf der Haut einer Forelle“. 
 
Die Erkrankungen und Todesfälle weisen darauf hin, dass die aktuellen Werte nicht passen. Deshalb werden diese EU-weit verschärft. Und diese neuen Grenzwerte gelten indirekt schon jetzt: Bei Überschreitungen müssen Städte und Gemeinden schon seit Jahresbeginn reagieren, damit die Werte bis 2030 eingehalten werden. So steht es in der EU-Richtlinie, die noch in diesem Jahr in nationales Recht überführt wird.
 
Und dabei sind die neuen Grenzwerte noch weit von den Richtwerten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entfernt. Diese sind noch strenger und das zeigt sich deutlich in den Daten. 95 Prozent aller Stationen würden die WHO-Empfehlungen für Stickstoff oder Feinstaub verfehlen. Die Forschungen der vergangenen Jahre zeigen deutlich, dass Luftverschmutzung lange unterschätzt wurde.
 
Aus gesundheitlicher Sicht ist es sinnvoll, dass diese Maßnahmen so schnell wie möglich ergriffen werden, denn es geht um deutlich mehr als nur sogenannte "Fahrverbote" oder "Tempo 30". Die Forschungen der vergangenen Jahre zeigen deutlich, dass Luftverschmutzung lange unterschätzt wurde.
Vor allem Feinstaub kann das Risiko für schwere Krankheiten erhöhen und belastet damit unser Gesundheitssystem. Auch das kostet sehr viel Geld, Forschende sagen sogar mehr als die Schutzmaßnahmen kosten würden.

WIR schlagen vor, an den wichtigsten Einfahrtstraße nach Wildeshausen stationäre Messstationen für CO2 und Feinstäube zu installieren, um den Grad der Luftverschmutzungen zu messen. Eine digitales Informationsschild (Digital Signage) sollte dann ähnliches anzeigen:

 

„Willkommen im Luftkurort Wildeshausen. Wir messen für Sie die Luftreinheit. An dieser Messstation liegen die Werte X-Prozent unter/über den Grenzwerten der WHO.“

 

Ehrlichkeit schafft Vertrauen. Deshalb ist es für die Anzeige der Daten nicht so wichtig, wenn die gemessenen Werte über den Grenzwerten der WHO liegen.

 

Es wäre sinnvoll, die aktuellen Werte der Luftreinheit-Messstationen parallel auf der Webseite der Stadt anzuzeigen. Alle Daten sollten gespeichert werden.

Quellen: Ausschnitte aus der ARD-Wissenschaftssendung Quarks vom 11. 02. 2026 (Luftqualität-Neue Grenzwerte zwingen Kommunen zum Handeln) und Zeitonline vom 26. 04. 2017 (Feinstaub: Die unsichtbare Gefahr)

Mobilitätshubs

Mobilitätshubs (zentrale Knotenpunkte) werden in Zukunft eine große Rolle spielen. Dazu gehören Park-and-Ride, Carsharing, Leihfahrräder und E-Scooter. Bei Verlagerung von Hubs in den Außenbereich werden die Innenstädte entlastet und es entsteht ein Raumgewinn für Menschen statt Autos. Ein Hub sollte ausgestattet sein mit Bushaltestellen, Abstellanlagen für Fahrräder, Parkplätze für PKW, Bedarfshaltestelle (Virtuelle Haltestelle), Station für Car Sharing, Schließfächer für Tretroller etc., Kühlfächer, Toilette, trockener Wartebereich, Kaffeebar, Briefkasten, E-Lademöglichkeit, USB-Lademöglichkeit, Anzeigen mit Wetter, Verbindungen, Nachrichten.
Last-Mile-Concepts bieten neue Logistiklösungen wie Lastenräder, autonome Lieferfahrzeuge und ÖPNV-Integration optimieren die letzte Meile und reduzieren Emissionen.
Autonom fahrende Busse, die die Fahrgäste vom Mobilitätshub in die Innenstädte bringen, gehören dazu. Der in Keitum auf Sylt ab 2019 getestete autonom fahrende Kleinbus war bis zu 9o Prozent ausgelastet.

Wildeshausen benötigt einen Plan, um einen Mobilitätshub außerhalb der Stadtmitte einzurichten.

Versenkbare Poller

Versenkbare Poller dienen der Zufahrtskontrolle. Eine Regelung der Durchfahrt für Lieferverkehr und Anwohner ist zu definierten Uhrzeiten ist möglich.
 
Die Steuerung erfolgt bedarfsgerecht über Funk, Code oder Kennzeichenerkennung, während die Fläche für Passanten und Zweirädern barrierefrei bleibt. Damit erfolgt eine bedarfsgerechte Steuerung der Durchfahrt für den öffentlichen Linienverkehr, Rettungskräfte und autorisierte Anlieger. Das System erkennt berechtigte Fahrzeuge via Funk, RFID oder Kennzeichenerkennung und löst die Senkung der Poller unmittelbar aus, um die Fahrplantreue und einen flüssigen Verkehrsfluss zu sichern.
 
Versenkbare Poller decken zwei Anwendungsbereiche ab:
Die Verkehrssteuerung und die Sicherheit von Straßen und Plätzen.
 
Poller schützen insbesondere sensible Bereiche überzeugend und zuverlässig, aus hochfestem Stahl und verkraften einen Anprall von einem LKW bis 7,5t.

Aus diesem Crashtestvideo lassen sich erste Eindrücke von der Sicherheit gewinnen.

Mitglieder des Rates und Mitarbeiter der Verwaltung waren im August 2025 in Lingen, um sich Ideen für bezahlbaren Wohnraum zu holen. Weshalb hat die Verwaltung nicht organisiert, dass gleichzeitig auch Informationen über die versenkbaren Poller in Lingen eingeholt werden. WIR waren auch im August 2025 dort und haben einige Eindrücke mitgenommen.

Fotos der versenkbaren Poller aus Lingen

Inzwischen ist über ein halbes Jahr vergangen, um sich in Vechta über versenkbare Poller Informationen einzuholen.

Wildeshauser Zeitung vom 24. 11. 2025
Wildeshauser Zeitung vom 05. 12. 2025
Wildeshauser Zeitung vom 17. 12. 2025
Wildeshauser Zeitung vom 25. 03. 2026

Regensburg - erster versenkbarer Poller am Hunnerplatz

Die Sicherheitsmaßnahmen in Wildeshausen, wie auf dem Weihnachtsmarkt, reichen bei weitem nicht aus. 

Die vorhandenen Absperrungen lassen sich leicht mit einem PKW umfahren, wie beim Attentat in Magdeburg. Ein LKW, wie auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin, hätte damit überhaupt keine Probleme. In der Bahnhofstraße könnte Geschwindigkeit aufgenommen werden und dann direkt in den Teil des Weihnachtsmarktes vor dem Rathaus gefahren werden. Von der Westerstraße wäre es ebenfalls möglich, in den mittelalterlichen Markt vor der Alexanderkirche zu fahren. Und von der Huntestraße aus kommt man auf direktem Weg zu den Buden vor der Volksbank.
 
WIR gehen davon aus, dass alle Beteiligten mit diesen Sicherheitsmaßnahmen nicht zufrieden sein können und hier für weitere Veranstaltungen andere Lösungen gefunden werden müssen.
 

Versenkbare Poller in Hannover

Die Firma Hörmann schreibt dazu:

„Nach Anschlägen und Amokfahrten in Mannheim, München und Magdeburg machen sich auch in Hannover Ratspolitiker Gedanken, wie die Innenstadt mit ihren zahlreichen Massenveranstaltungen besser geschützt werden kann. Die CDU setzt auf versenkbare Poller und bringt einen entsprechenden Antrag in den Rat ein.“

HAZ vom 18. 03. 2025


Schnelle Sicherheit im Notfall

Eine freigegebene Zufahrt in mobilen Sicherheitvorrichtungen durch menschliche Schutzschilde zu sichern, ist nicht hilfreich. Auf dem Markt gibt es versenkbare Poller, die über eine Notfunktion in nur ca. 1,5 Sekunden ausgefahren werden können und in Notfall-Situationen schnelle Sicherheit bieten. Anbieter: Hörmann

Fahrradstraße durch die Huntemarsch

Die Verkehrssituation in Zwischenbrücken ist katastrophal und gefährlich, insbesondere für Kinder und ältere Menschen. 
 Um den Kindern aus dem nördlichen Stadtgebiet einen gefahrlosen Weg anzubieten, schlägt „WIR“ die Erstellung einer Fahrradstraße durch die Huntemarsch in Richtung der Schulen vor.
 Zeichnung: Martin Bruns 03/2019


Wildeshausen - Delmenhorster Straße


Die Delmenhorster Straße ist eine der wichtigsten Einfahrtstraßen in die Kreisstadt Wildeshausen und sollte auch Aushängeschild für das Kreishaus sein, dass sich an der Delmenhorster Straße befindet.
 
Radwege sind an dieser vielbefahrenden Straße nicht vorhanden. Lediglich Gehwege mit dem Zusatzschild „Fahrrad frei“. Tatsächlich kommen die Wege stellenweise eher einem asphaltierten Trampelweg gleich. Da viele Radler sich nicht auf die Straße trauen, werden diese Wege auch als Radwege genutzt.
 
Eine Sanierung der Delmenhorster Straße in Wildeshausen wurde bei der Infrastruktur-Offensive des Landes Niedersachsen, wie auch bei anderen Bauprogrammen in der Vergangenheit, nicht berücksichtigt.
 
Jetzt aber ist doch noch Geld vorhanden. Die Delmenhorster Straße soll mit Mitteln aus dem Sonderprogramm „Ortsdurchfahrten“ instandgesetzt werden.
 
Aus welchen Töpfen es kommt, kann den Fahradfahrenden eigentlich egal sein.
 
Nicht egal ist es, wenn wieder einmal die Fahrbahn für die KFZ saniert werden, und die Gehwege mit dem Zusatzschild "Fahrrad frei"  ihren nostalgischen Zustand behalten und deshalb für Radler kaum nutzbar sind.
 
Niedersachsen will im Rahmen seiner Straßenbau-Offensive rund 170 Millionen Euro ausgeben. Parallel soll in Niedersachsen eine Radwege-Offensive starten. Rund 26,5 Millionen Euro fließen in den Ausbau und die Erneuerung des Wegenetzes. 
 
 Die Radweg-Offensive beinhaltet, dass wo immer möglich,  Straßensanierungen genutzt werden sollen, um angrenzende Radwege gleich mit zu erneuern.

Wildeshauser Zeitung vom 22. 01. 2024
Wildeshauser Zeitung vom 10. 05. 2025
Wildeshauser Zeitung vom 11. 02. 2026
Wildeshauser Zeitung vom 14. 02. 2026
  
Es wird spannend, ob bei der Sanierung der Delmenhorster Straße nun auch tatsächlich verkehrsgerechte Geh- und Fahrradwege gebaut werden.
 
WIR erwarten von der Wildeshauser Stadtverwaltung, dass sie Kontakt zur Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr aufnimmt, und die Wichtigkeit des Ausbaus von neuen Geh- und Fahrradwegen an der Delmenhorster Straße deutlich macht. 
 
Sinnvoll wäre auch ein gemeinsames Vorgehen mit der Landkreisverwaltung. Schließlich handelt es sich hier um eine Zufahrt zum Landkreisgebäude und moderne Verkehrswege dienen auch als Aushängeschild für eine in die Zukunft ausgerichtete Landkreisverwaltung.
 
Die Fotos sind von WIR aus April 2023.

Zebrastreifen in Wildeshausen

Im Landkreis Oldenburg und damit auch in der Kreisstadt Wildeshausen gibt es offensichtlich eine Zebrastreifen-Phobie. In den Nachbarlandkreisen, wie hier in Stuhr und im Ausland gehören Zebrastreifen zu den Standard-Sicherheitsmaßnahmen für Fußgänger. In Kirchhatten wurde offensichtlich ein älterer Zebrastreifen vergessen zu entfernen.

Fahrschulen aus dem Landkreis Oldenburg müssen mit ihren Fahrschülern in die Nachbarkreise fahren, um das Verhalten am Zebrastreifen zu üben.

Bis 1964 gab es bei Zebrastreifen ein Vorrecht für Autofahrer. Das vermittelte den Fußgängern eine trügerische Sicherheit. Ab 1964 wurde das Vorrecht geändert und es gab für die Fußgänger ein Vorrecht. Auch Radfahrer, die die Fahrbahn queren möchten, haben Vorrang, wenn sie ihr Fahrrad schieben. Eine Ausnahme: Ist die Straße frei, dürfen Fahrradfahrer über den Zebrastreifen radeln. Kommt es zu einem Unfall, weil die Radler den Zebrastreifen radelnd überquert haben, kann Ihnen eine Mitschuld angelastet werden.

Nach der Straßenverkehrsordnung müssen Auto- Motorrad- und Fahrradfahrer immer vor dem Zebrastreifen anhalten. Tun sie das nicht, droht ein Bußgeld von 80 Euro und ein Punkt in Flensburg.

WIR fordern die Wildeshauser Verantwortlichen auf, endlich Zebrastreifen in den Bereichen Huntetor (Rewe) und Deekenstraße einzurichten. Der Landkreis weist darauf hin, dass ein Zebrastreifen in die Zuständigkeit der Stadt fällt. Die Zeit vor 1964 ist schon lange Geschichte.

WIR verweisen in dem Zusammenhang mit Zebrastreifen auch auf den Menüpunkt „WIR-Aktivitäten“ auf dieser Webseite.

Fotos von Zebrastreifen aus Aahus, London, Rom, Tallin und Teheran.


Fahrradwege an der Harpstedter Straße in Wildeshausen

Die Harpstedter Straße in Wildeshausen ist eine wichtige Ausfallstraße, die vom Stadtzentrum in Richtung Harpstedt führt.
 
Diese Landesstraße wurde 2022 unter Vollsperrung saniert.
 
Die auf beiden Seiten bestehenden Gehwege mit dem Zusatzschild „Fahrrad frei“ wurden in die Sanierung nicht mit einbezogen. Diese Gehwege sind in einem schlechten Zustand und für Radfahrenden nur schwer befahrbar.
 
Die Benutzung der Straße ist sehr stressig. Die Überholabstände der PKW und LKW sind oft unter 1,50 Meter. Dazu werden Fahrradfahrer auf der Straße angehupt und es wird auf den vermeintlichen Fahrradweg (Gehwege mit Fahrrad-frei Zusatzschilder) an der Harpstedter Straße hingewiesen. Beim agressiven Hupen kann der Tatbestand der Nötigung erfüllt sein und zu Geldstrafen, Punkten und Fahrverbot führen.
 
Eigentlich war davon auszugehen, dass bei einer modernen Sanierungsplanung Geh- und Radwege gleichzeitig mit geplant und für eine sichere Nutzung umgebaut werden.
 
Dabei sind auch die Anforderungen von Spezialrädern wie Lastenräder und Fahrrädern mit Anhängern – bezüglich Breite, Geschwindigkeit und Fahrdynamik zu berücksichtigen. Menschen, die  Lastenräder und Anhänger privat nutzen, haben häufig ein besonders hohes Schutzbedürfnis wie z. B. bei der Beförderung von Kindern. Ihre Bedürfnisse unterscheiden sich von gewerblichen Fahrerinnen und Fahrern, die vor allem schnell vorankommen wollen.
 
Nach der Erneuerung der Harpstedter Straße im Jahr 2022 sind die Prioritäten der Sanierung aber deutlich zu erkennen. Alles für die Straße und nichts für die Fußgänger- und Fahrradwege. Dabei liegen die Vorteile eines Ausbaus der Fahrrad- und Gehwege auf der Hand:  Deutlich weniger Unfälle durch bessere Radwege und Tempolimits sind möglich.

WIR fordern die Stadt Wildeshausen auf, endlich sichere Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen für die Fahrradfahrer in Angriff zu nehmen.

Harpstedter Straße in Wildeshausen

update 07. 04. 2026

Wildeshauser Zeitung vom 07. 04. 2026
und wieder nichts!

update 10. 04. 2026

WIR haben auf dem von der Stadt angegebenen Teilstück  an der Harpstedter Straße nachgemessen. Der Gehweg ist hier 2,24 Meter breit.

Sicherheit für Fahrradfahrer bedeutet, dass ein Fahrradweg baulich vom KFZ-Verkehr getrennt werden sollte.

Deutlich weniger Unfälle durch bessere Radwege und Tempolimits sind möglich.

Zu einem verpflichtenden gemeinsamen Geh-/Radweg von 2,50 Meter Breite fehlen an der Harpstedter Straße nur wenige Zentimeter. Sicherheitstrennstreifen sind auch vorhanden. Ob die Flächen ausreichen und welche weitere kleinere Flächen erworben werden müssen, sollte die Stadt abklären. Es wäre jedenfalls für die Harpstedter Straße ein Anfang und ein Zeichen an das Land Niedersachsen (es handelt sich um eine Landesstraße), dass der Rad- und Fußgängerverkehr in Wildeshausen ernst genommen wird.  

Das Verkehrszeichen 240, gemeinsamer Rad-/Fußweg, zeigt einen Weg an, mit mindestens 2,50 Meter Breite. 

WIR sind der Ansicht, dass Rad- und Fußverkehr eigene Wege brauchen.   Besonders auf gemeinsamen Wegen entstehen Konflikte: Fußgänger werden gefährdet, Radfahrende kommen nicht voran und riskieren Unfälle.
Aber ein gut ausgebauter gemeinsamer Geh-/Radweg ist immer noch sicherer, als den ungeschützten Radler auf die Straße zu zwingen.

Querung Harpstedter Straße - Reckumer Straße

Der Fahrradweg von Harpstedt nach Wildeshausen befindet sich auf der linken Straßenseite. In Höhe der Reckumer Straße ist das Ende des Fahrradweges. Der Fahrradfahrer muss danach die Straßenseite wechseln, um auf der rechten Straßenseite der Harpstedter Straße in Richtung Wildeshausen-Stadtmitte zu fahren.
 
Auch Fahrradfahrer, die die Reckumer Straße nutzen und zu Stadtmitte wollen, müssen die Harpstedter Straße queren.
 
Die WIR-Forderung, den Übergang des Fahrradweges in Höhe der Reckumer Straße farblich zu markieren und mit "Haifischzähnen" zu versehen, besteht schon seit 2014.
 
Die Wildeshauser Zeitung schrieb am 23. Mai 2020 "Wir wollen hier keine weiteren Toten". Bauliche Maßnahmen, um eine sichere Überwegung für Radler über die Straße zu ermöglichen,  wurden bis heute nicht umgesetzt. Sicherungsmaßnahmen werden von belanglosen Verkehrszählungen abhängig gemacht, obwohl hier große Investitionen in Fahrradwege von Harpstedt nach Wildeshausen und an der Reckumer Straße geflossen sind. Verkehrsplanungen für Radwege sollten auch einmal über das Ende von Radwegen hinaus gedacht werden. Das bringt Sicherheit für Radler.


Fahrrad-Premiumroute in Wildeshausen

Wildeshauser Zeitung vom 18. 10 2023

Der Versuch, durch Wildeshausen eine Premiumroute zu installieren, darf  nicht bei der Kennzeichnung „Fahrradstraße“ durch Schilder aufhören.
 
Was ist eine Premiumroute?
Der Kommunalverbund Niedersachsen Bremen e. V. schreibt dazu:
„Premiumrouten sind hochwertige Verbindungen für den Alltagsverkehr. Radfahrende können auf einer Radpremiumroute sicher, komfortabel und zügig fahren. Dafür sind diese Routen besonders breit, haben einen glatten Belag und werden möglichst direkt geführt“.
 
Auf der Wildeshauser Premienroute gibt es keine Exklusivität für Radlerinnen und Radler. An der Ladestraße, mit beidseitigen Parkplätzen für über 100 PKW und vier Bussen gibt es einen regen KFZ-Verkehr. Und was heißt „Anlieger frei"? Das sind überwiegend die Nutzer der Bahn. WIR halten auch ganz viel vom ÖPNV. Aber muss die Stadt dort eine Fahrradstraße einrichten?
 
Wie Vertreter der Stadt berichten, ist der große Vorteil bei dieser Fahrradstraße, dass Fahrradfahrer nebeneinander fahren dürfen. Das ist aber auf anderen Straßen auch möglich, wenn der Verkehr nicht behindert wird.
 
Teil der Premiumroute ist auch der Stadtteil „Zwischenbrücken“. Über die unglückliche Verkehrssituation wird schon seit Jahren berichtet. Wirksame bauliche Maßnahmen, den Straßenverkehr anders zu ordnen, wurden nicht getroffen. Die Harpstedter Straße, auch Teil der Premiumroute,  ist eine wichtige und stark befahrende Ausfallstraße. Für Fahrradfahrende gibt es nur die Möglichkeit, im Schritttempo auf einem Gehweg mit dem Zusatzschild „Fahrrad frei“ sich zu bewegen. Oder man nimmt die stark befahrende Straße mit allen Nachteilen in Kauf. Das darf nicht Teil einer Premiumroute sein.
 
Absicherung des Premiumradwegs


Premiumroute in Achim

Was ist eine Premiumroute in Achim?
Sie ermöglicht es Radfahrenden, so zügig wie möglich ihr Ziel zu erreichen und auf so wenig Störungen wie möglich zu stoßen. Er muss mindestens zehn Kilometer lang und mindestens vier Meter breit sein, wenn darauf in zwei Richtungen gefahren wird. Er muss vom Fußverkehr getrennt verlaufen, eine hohe Belagsqualität, geringe Steigungen, große Kurvenradien und eine eigene Beleuchtung haben. In Achim bekommt die Premiumroute ein intelligentes Beleuchtungssystem.


Radschnellwege

Auf Radschnellwegen (RSW) in einem besonders guten baulichen Zustand, kommen Radfahrende schnell und sicher ans Ziel. RSW haben eine großzügige Breite, sind innerorts gut beleuchtet und bis auf wenige Ausnahmen ohne Stopp zu befahren. Darüber hinaus können RSW dazu beitragen, negative Folgen des Straßenverkehrs wie Lärmbelästigung und Schadstoffemissionen zu reduzieren und wirken sich positiv aufs Klima aus.
 
Radschnellwege sind ein Instrument der Verkehrsplanung. Sie dienen dazu, Quell- und Zielbereiche mit entsprechend hohem Radverkehrspotential über größere Entfernungen zu verknüpfen und durchgängig ein sicheres und attraktives Befahren mit höheren Reisegeschwindigkeiten zu ermöglichen. Sie sollen Stadtteile und Nachbargemeinden auf einem längeren Abschnitt direkt und möglichst umwegfrei verbinden. Damit tragen sie dazu bei, dass sich Pendlerverkehre verstärkt vom Auto auf das Fahrrad verlagern.
 
Bundesverkehrsministerium:
Radschnellwege bringen Fahrradfahrer zügig & sicher ans Ziel!

In und um Hamburg:
Radschnellwege sollen einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende beitragen.

Metropolregion Hannover, Braunschweig, Göttingen, Wolfsburg

Etappen auf dem Weg zur Umsetzung

Bereits vor rund fünf Jahren brachte die NWZ einen Beitrag über Vorschläge, drei Fahrradschnellwege zwischen Oldenburg und Wildeshausen, Wildeshausen und Bremen und Oldenburg und Bremen zu schaffen. Das Konzept dieser Radschnellwege vom Kommunalverbund Niedersachsen-Bremen stammt bereits aus dem Jahr 2016.

Was ist aus den Vorschlägen aus Januar 2019 für Fahrradschnellwege in der Region geworden?

Fotos:
1. Zeichen 350.1 Radschnellweg
2. Radschnellweg bei Egelsbach
3. Radschnellweg Göttingen
4. Radschnellweg Göttingen
5. Radschnellweg in Baden-Würtemberg
6. Radschnellweg in NRW
7. Radschnellweg Mühlheim an der Ruhr
8. Radschnellweg Mannheim



ADFC-Fahrradklima-Test 2024 

Wildeshausen im Ranking Platz 247

Nach der Auswertung des ADFC-Fahrrad-Klimatest 2024 steht Wildeshausen im Ranking der Städte von 20.000 bis 50.000 Einwohnern auf Platz 247.

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist weltweit eine der größten Umfragen zur Zufriedenheit der Bevölkerung mit dem Radverkehr. Er findet alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums statt.

Wildeshausen hatte 2024 zum ersten Mal an diesem bundesweiten Test teilgenommen.

Wildeshauser Zeitung vom 25. 06. 2025
 
Wildeshausen hat durch eine flache Landschaft die optimalen Bedingungen für den Fahrradverkehr. Nur der Ausbau fehlt. Selbst hügelige Städte haben durch konsequenten Ausbau der Radwegenetze geschafft, fahrradfreundlicher zu werden.
 
Seit dem Jahr 2019 weist unsere Radfahrinitiative WIR auf die unzureichende und mangelhafte Fahrrad-Infrastruktur in Wildeshausen hin. Von der Verwaltung der Stadt und von Teilen der Politik ist in diesem Bereich kaum Bewegung erkennbar. Offensichtlich fehlt hier der Mut, wirksame Pläne zu erstellen und auch umzusetzen. Vielleicht wurde auch noch erkannt, das das Fahrradfahren ein wichtiger Beitrag ist, CO2 zu reduzieren und damit ein Mittel gegen die negativen Folgen des Klimawandels ist.
 
2026 findet der nächste ADFC Fahrradklima-Test statt. 
 
Welche Erkenntnisse aus dem Fahrrad-Klimatest 2024 haben in Wildeshausen dafür gesorgt, dass das Ergebnis in 2026 besser ausfällt? 
 
Welche der erforderlichen Maßnahmen sind in Wildeshausen bis 2026 umgesetzt worden?
 

Was passiert mit der Parkpalette am Gildeparkplatz?

Wildeshauser Zeitung vom 01. 08. 2025
 
Bürgermeister Kuraschinski in der Wildeshauser Zeitung vom 17. März 2023:
 „Wir haben in Wildeshausen einige Probleme vor uns, die es zu lösen gilt und für die wir, Rat und Bürgermeister, die Verantwortung zu übernehmen haben. Themen, wie die Erneuerung der Parkpalette….“.
 
Die permanente Befahrung der Parkpalette führt zu mechanischen Belastungen, Schwingungen und Vibrationen, die Rissbildung im Beton verursachen können. Diese Risse müssen regelmäßig überprüft, gereinigt und ausgebessert werden.
 
Das ist in Wildeshausen offensichtlich nicht passiert. Mangelnde Pflege wird wohl in der Parkpalette (Baujahr 1988) zu zahlreichen Schäden geführt haben. Durch Feuchtigkeit, Tausalz und mechanische Beanspruchungen können sich Schäden am Tragwerk ausbilden, insbesondere an Sockelbereichen und in Bereichen mit Spritzwasser. Regelmäßige Reinigung, insbesondere nach dem Winter, und die Verwendung von passenden Reinigungsmitteln können helfen, Schäden vorzubeugen.
 
Das Schäden an Parkhäusern und Garagen überwiegend auf mangelnde Pflege zurückzuführen sind, geht auch aus einer Stellungnahme zu Schäden an Parkhäusern der Sachverständigen Susanna Arazli hervor.

Baumängel bei der Erstellung wird es wohl nicht gegeben haben. Sonst hätten die Fachleute der Stadt den Bau der Parkpalette so nicht abgenommen.

Der Verkehrsforscher Andreas Knie sagte in einer Interview mit der der Süddeutschen Zeitung am 3. April 2025 unter anderem:
„Das Desaster am Bau, also viel zu lange Planungs- und Bauphasen, verbunden mit viel zu hohen Kosten, die eben auch aus der Bauzeit und einem stumpfsinnig autoritären Bau-Bürokratismus resultieren, ist ein Fiasko, das der Politik anzulasten ist. Nicht der Wirtschaft, nicht dem Bürger - es ist der öffentliche, also politische Bauherr mit seiner Vollkaskomentalität. Es sind Kommunen, Länder, der Bund und die EU. Es sind: Behörden.“

WIR haben eine andere Idee. Statt einen teuren Abriss, (wie es die Stadt Verden bei einem ähnlichen Parkhaus 2023 ermittelt hat) für rund Euro 600.000 und einer Erneuerung der Parkpalette am Gildeparkplatz für mehrere Millionen Euro, sollte die Parkpalette umfunktioniert werden.

In der untersten Etage könnte ein Fahrradhändler mit Reparaturwerkstatt und abschließbare Fahrradboxen für Fahrradtouristen, die mit Gepäck unterwegs sind, untergebracht werden. In der mittleren Etage wäre ein Fahrradparkhaus denkbar und auf der Dachetage wäre Platz für ein Automaten- Cafe` und Pflanzkübel mit Pflanzen und Sträuchern. Diese Dachgartenidee auf einem Parkhaus in Hannover hat eine große Zustimmung der Bevölkerung bekommen.
 
Der Blick vom oberen Bereich der Parkpalette auf den Gildeplatz oder Gildepark (die Bezeichnung „Gildeparkplatz“ fällt dann weg) wird dann auf einen mit viel „Grün“ angelegten Platz fallen. Ein Kinderspielplatz sorgt für ein gefahrloses Spielen der Kinder.
 
Und wie der Stockholmer Verkehrs-Bürgermeister sagte: „Der Verkehr fließt wie Wasser. Er sucht sich seinen Weg“. Die fehlenden Parkplätze werden sich, wie beim Gildefest, kaum bemerkbar machen. Im Innenstadtbereich gibt es dann immer noch über 600 Parkplätze.
 


Die Ergebnisse der Repräsentativerhebung 2021 „Innenstadt und Mobilität“ hat für Hannover nichts überraschendes gebracht.
 „Mehr Grün“ ist mit Abstand die wichtigste Zukunftsvision der Befragten für die hannoversche Innenstadt. Bei der zukünftigen Gestaltung von Plätzen und Aufenthaltsbereichen in der Innenstadt sind den Befragten Grünanlagen, die Natur in die Stadt bringen, am wichtigsten, gefolgt von ausreichenden und bequemen Sitzmöglichkeiten.
 Das Fahrrad ist bei den meisten Wegezwecken das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel.
 


Verkehrslärm


Straßenverkehrslärm stört oder belästigt mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung. Eine generelle Regelung zum Schutz vor Straßenverkehrslärm gibt es in Deutschland nicht. Nur beim Neubau oder einer wesentlichen Änderung einer Straße sind zum Lärmschutz Immissionsgrenzwerte festgelegt.

Lärmvermeidung in der Innenstadt von Wildeshausen müsste eigentlich in der Prioritätenliste der Stadtverwaltung mit ganz oben stehen.

Zu einem nicht unerheblichen Teil ist der Lärm durch KFZ vollkommen überflüssig. Da sind die doch eher jungen Fahrer, die den Sound und die Leistung ihrer Akrapovic-Auspuffanlage durch die Innenstadt fahren. Begleitet oft durch die laute Musik aus den Lautsprecherboxen ihrer PKW. Entweder rockig oder orientalisch. Und alles bei geöffnetem Autofenster, damit auch die Gäste in den Cafés den Musikgeschmack der Fahrer mitbekommen. Dann sind da noch die Motorradfahrer. Wenn sie denn ihren Halm abnehmen, kann man es erkennen. Oft in Würde gealtert und mit grauen Haaren. Aber das Moped muss knattern.

Was hat die Verwaltung unternommen, um die Lärmbelastung in der Innenstadt zu erfassen und zu reduzieren? Der Straßenverkehr kann mit versenkbaren Pollern am Wochenende und nachts einfach gesteuert werden.

Verkehrslärm in der Nacht ist besonders gefährlich. Wie sich in einer Studie zeigte, erhöht insbesondere Nachtlärm den Blutdruck, steigert die Ausschüttung von Stresshormonen und lässt die Gefäße steifer werden – allesamt wichtige Einflussfaktoren auf die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ebenfalls medizinisch relevant sind psychische Erkrankungen wie Depression und Angststörungen, die durch nächtlichen Lärm auftreten können.
Nächtlicher Lärm bringt die innere Uhr aus dem Takt
Quelle: DOI 10.1146/annurev-publhealth-081519-062400

Die letzte veröffentlichten Lärmkartierung in Wildeshausen ist aus dem Jahr 2018. Hier ist nicht zu erkennen, dass auch die Straßen der Innenstadt aufgeführt sind.
 


Gefahrenquelle Ahlhorner Straße

Auch auf der Ahlhorner Straße hat der ADFC mit Hilfe eines „OpenBikeSensor“ über GPS die Überholabstände gemessen.
 
Von 377 Messungen in der Ahlhorner Straße erreichte der Mittelwert einen Abstand von 1,25 Meter. Das bedeutet, dass viele Überholvorgänge erheblich unter 1,25 Meter gelegen haben müssen. Wie aus dem Protokoll hervorgeht, haben nur ganz wenige KFZ den vorgeschriebenen Abstand von 1,50 Meter eingehalten.
 
Für Radler ist die Ahlhorner Straßen eine ständige Gefahrenquelle. Eine bauliche Veränderung ist unerlässlich.
 
WIR schlagen einen durch überfahrbare Bordsteine baulich getrennten Fahrradweg in Richtung stadtauswärts vor. Dafür könnte ein Teil des vorhandenen Gehweges und ein Teil der Straße eingesetzt werden.
 
Stadteinwärts sollte ein rot markierter Fahrradschutzstreifen von mindestens 1,50 Meter Breite mit einer gestrichelten Leitlinie auf die Straße gebracht werden. Autofahrer dürfen diesen bei Bedarf überfahren, zum Beispiel um auszuweichen – ohne dabei den Radverkehr zu stören oder zu gefährden. Werden Radfahrer auf dem Schutzstreifen überholt, muss der Mindestabstand von 1,50 Meter innerorts eingehalten werden.

Eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h bis zur Kreuzung Westring würde die Gefahrenlage noch weiter reduzieren.

Der Bericht ist aus der  Wildeshauser Zeitung vom 07. 09. 2024

Schutzstreifen

Schutzstreifen sind durch eine gestrichelte weiße Linie gekennzeichnet und werden auch als Angebotsstreifen oder Suggestivstreifen bezeichnet.

Autofahrer dürfen diesen bei Bedarf überfahren, zum Beispiel um auszuweichen - ohne dabei den Radverkehr zu stören oder zu gefährden.

Werden Radfahrer auf dem Schutzstreifen überholt, muss der Mindestabstand von 1,5 Metern innerorts oder zwei Metern außerorts eingehalten werden. Halten oder Parken auf dem Schutzstreifen ist untersagt, auch zum Be- und Entladen. Radfahrer haben keine - Benutzungspflicht, müssen sich aber an das Rechtsfahrgebot halten. Sonst kann eine Strafe drohen.

Fahrradwege mit Fahrbahnabtrennung durch überfahrbare Bordsteine.
Autofahrer dürfen die Bordsteine nicht überfahren, auch Parken und Halten auf dem Radfahrstreifen sind nicht erlaubt. Allerdings müssen Autofahrer keine 1,5 bzw. zwei Meter Mindestabstand zum Radler einhalten, da der Radfahrstreifen nicht als Teil der Fahrbahn gilt. Diese Form des geschützten Radfahrstreifens, mit einer Abgrenzung von der Fahrbahn durch Poller,  Leitplanken, Bordsteine etc., verbessert die Sicherheit des Radfahrers. Die Bordsteine, mit Lücken für Hauseinfahrten, sind eine sichere fehlerverzeihende Lösung und lassen in Notsituationen auch ein Überfahren zu.

Die aktuelle Situation auf der Ahlhorner Straße.

Die Radler fahren hier entweder auf dem schmalen Schutzstreifen. Der erforderliche Mindestabstand von 1,50 Meter wird überwiegend nicht eingehalten. (ADFC-Abstandsmessungen) Oder die Radler fahren auf dem Gehweg mit dem Zusatzschild "Fahrrad frei". Die erforderliche Schrittgeschwindigkeit wird dabei nicht eingehalten. Fußgänger und Kinder bis acht Jahren sind dabei die Leidtragenden.

Fahrradparken am Wildeshauser Bahnhof

Immer mehr Menschen nutzen das Fahrrad, den öffentlichen Verkehr und die Kombination von Rad und Bahn. Doch gerade an Bahnhöfen ist das sichere Abstellen von Fahrrädern oft ein Problem. Bis 2030 besteht ein Bedarf von bis zu 1,5 Millionen zusätzlichen Fahrradabstellplätzen an deutschen Bahnhöfen. Das gaben das Bundesministerium für Digitales und Verkehr und die Deutsche Bahn bekannt. Ziel ist es, möglichst viele Fahrradstellplätze an den rund 5.400 Bahnhöfen in Deutschland zu errichten.
 
Die Fahrradstellplätze am Wildeshauser Bahnhof reichen bei weitem nicht aus.
 
Da stellt sich die Frage, weshalb an der Ladestraße – immerhin eine Fahrradstraße mit 93 KFZ-Parkplätzen und fünf Busparkplätzen ohne zeitliche Begrenzung – nicht ein paar Parkplätze in weitere Fahrradabstellmöglichkeiten umgebaut werden.
 
Die Fahrradnutzer werden nicht weniger, sondern immer mehr. Dem sollte die Stadt Rechnung tragen. Besser heute als morgen.